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Ganzwort- und Zeichenlesen
Auf der logografischen Stufe werden Wörter als Gesamtbild gespeichert – ein eigenständiger Lesezugang mit echter Alltagsrelevanz. Dazu kommen Übungen zu Umweltzeichen und Symbolen aus dem öffentlichen Raum: Material, das Kinder befähigt, sich draußen besser zu orientieren.
Wochenkreis
Wochenkreis: Den Wochentagen eine Form geben – und sie lesen lernen Montag, Dienstag, Mittwoch... – diese Wörter begegnen uns täglich: an Türen, in Wochenplänen, auf Anzeigetafeln. Wer sie liest und in eine Reihenfolge bringt, kann seinen Alltag strukturieren und sich im Rhythmus der Woche orientieren. Der „Wochenkreis" verbindet beide Ziele in einer Aufgabe: Die sieben Wochentag-Karten werden auf der Kreisvorlage angeordnet, und dabei erschließt sich nebenbei, dass die Woche keine Liste ist, sondern ein Kreislauf, der immer von vorn beginnt. Drei Niveaustufen stecken in einem Set, ohne dass du etwas vorbereiten müsstest: die Wochentag-Karten allein sortieren, als Einstieg in die Zeitvorstellung; die Abkürzungen zuordnen (Mo, Di, Mi) als ersten Leseschritt; und schließlich die vollständig ausgeschriebenen Wörter für den sicheren Ganzworterwerb. Alle drei Stufen nutzen dasselbe Trägermaterial – du kannst sie in einer Stunde nacheinander durchgehen oder über Wochen aufeinander aufbauen. Schritt für Schritt zum Lernerfolg – Meine Empfehlungen Zum spielerischen Festigen der Wochentage eignet sich das "Wochenspiel" mit Würfel als motivierende Variante. Wer einen einfachen haptischen Zugang sucht, findet in "Wochentage klammern" ein kompaktes Anschlussmaterial.
Wochen-Spiel
Wochenspiel: Wochentage würfeln, sammeln – und dabei lesen Wer würfelt, schaut sofort genau hin: Welcher Wochentag ist das? Habe ich den schon? Wer hat die Woche zuerst voll? Das Würfelspiel verpackt das Ganzwortlesen der Wochentage in ein kompaktes Format für eine bis vier Personen. In jeder Runde passiert dasselbe: ein Wort lesen, wiedererkennen, zuordnen. Für Kinder, die klassische Übungsformate ablehnen, aber gern gewinnen, ist das oft der entscheidende Unterschied. Ein kleines Detail gibt dem Würfel Charakter: Die Sonnenseite steht für das Wochenende. Wer sie würfelt, darf sich einen Wochenendtag aussuchen – vorausgesetzt, er kann ihn benennen. So entsteht ein Sprechanlass, der den Spielfluss nicht unterbricht, sondern zu ihm gehört. Ob in der Einzelförderung, mit einem Partnerkind oder in der Kleingruppe: In der Inklusionsklasse spielt jedes Kind auf seinem Niveau mit, ohne dass du differenzieren musst. Schritt für Schritt zum Lernerfolg – Meine Empfehlungen Als Einstieg in die Reihe empfehle ich den "Wochenkreis", der Reihenfolge und Lesezuordnung ohne Spieldruck einübt. Eine haptische Variante zum Einzeleinsatz bietet "Wochentage klammern".
Wochentage klammern
Wochentage klammern: Mit der Hand lesen Eine Holzklammer nehmen, das Wort auf der Karte suchen, die Klammer festklemmen – Lesen wird hier zur Handlung. Die Bewegung der Hand stützt das Wiedererkennen des Schriftbildes und gibt dem Lernvorgang eine körperliche Qualität, die rein visuelle Aufgaben nicht haben. Für Kinder, die Wörter noch nicht sicher erkennen, kann genau dieser zusätzliche Kanal den Ausschlag geben. Das Set ist kompakt und in Sekunden bereitgelegt: zwei laminierte Wochenkarten, sieben Holzklammern. Die erste Karte zeigt die Abkürzungen, die zweite die vollständig ausgeschriebenen Wörter – ein Kartenwechsel genügt, um das Niveau zu heben, und Zusatzmaterial brauchst du dafür nicht. Damit eignet sich das Set als tägliches Einstiegsritual am Morgen ebenso wie als stille Einzelarbeit in der Freiarbeit. Schritt für Schritt zum Lernerfolg – Meine Empfehlungen Als systematischeres Set mit Kreisstruktur und drei Leseniveaus empfehle ich den "Wochenkreis". Wer Wochentage im Spielformat festigen möchte, findet im "Wochenspiel" eine motivierende Ergänzung.
Ganzwort: Kasse
Ganzwort: Kasse – Ein Wort in all seinen Schreibweisen erkennen „Kasse" steht auf einem Schild im Supermarkt, auf einem Aushang an der Tür, auf der Anzeige über der Warteschlange. Immer dasselbe Wort – und doch sieht es jedes Mal anders aus: mal groß, mal klein, gedruckt oder kursiv, mit oder ohne Zusatz daneben. Wer ein Alltagswort im öffentlichen Raum sicher liest, muss es in genau dieser Variabilität wiedererkennen. Das Set trainiert das: Unter 14 Wortkarten sucht das Kind alle heraus, die „Kasse" bedeuten, obwohl die Schriftbilder nie ganz identisch sind. Ganzwortlesen für den öffentlichen Raum ist funktionales Lesen – es dient der Selbstständigkeit und der Würde. Wer die Kasse findet, bezahlt selbst und muss niemanden um Hilfe bitten. Was wie eine Kleinigkeit klingt, ist für viele Kinder mit Förderbedarf ein bedeutsamer Schritt in Richtung Teilhabe. Auf diesem Set bauen alle weiteren der Reihe auf – für den Unterricht in GB- und LB-Schule, für die Ergotherapie und für Eltern, die ihr Kind auf Alltagssituationen in der Öffentlichkeit vorbereiten. Schritt für Schritt zum Lernerfolg – Meine Empfehlungen Als nächstes alltagsrelevantes Ganzwort folgt "Ganzwort: Toilette". Wer Ganzworte im Kontext echter Schilder und Situationen erkennen möchte, findet in "Schilder zuordnen I" die situierte Fortsetzung.
Ganzwort: Toilette
Kaum ein Ganzwort ist alltagsrelevanter: Wer „Toilette" liest, findet das WC ohne fremde Hilfe – und behält seine Würde. Auf Schildern in Cafés, Einkaufszentren und Bahnhöfen erscheint das Wort in wechselnden Schriftarten, Größen und Varianten (WC, Toilette, Toiletten, Bad), und Verwechslungen sind schnell passiert. Diese Variante folgt der Methodik von "Ganzwort: Kasse": 14 laminierte Wortkarten werden auf der Sortiervorlage zugeordnet, Ablenkungskarten inklusive. Ein weiterer Schritt zur selbstständigen Orientierung im öffentlichen Raum.
Piktogramm: Toilette
Manchmal weist kein Wort den Weg zur Toilette, sondern ein Symbol – und manchmal ist Lesen noch keine Option. In der Realität begegnen Kindern Strichmännchen, Silhouetten und abstrakte Figuren in ganz unterschiedlichen Gestaltungen. Diese Variante trainiert das Erkennen von Toiletten-Piktogrammen in eben dieser Vielfalt und ist damit Vorstufe oder Ergänzung zum Wort-Set: 16 laminierte Bildkarten werden der Sortiervorlage zugeordnet, Ablenkungskarten inklusive; eine separate Falsch-Karte nimmt die unpassenden Piktogramme auf, damit die Aufgabe ein sauberes Ende hat. Besonders geeignet für Kinder vor dem Schriftspracherwerb und für den Einsatz in der Unterstützten Kommunikation.
Ganzworte: Damen / Herren
Zwei Wörter, eine Entscheidung – und sie hat Konsequenzen: Damen oder Herren? Gegenüber den Einzelwort-Sets liegt der Mehrwert in der Diskriminationsaufgabe. Es genügt nicht, ein Wort wiederzuerkennen; zwei ähnlich wirkende Wörter müssen voneinander getrennt und der jeweils richtigen Seite der Tabellenvorlage zugeordnet werden. 16 laminierte Wortkarten, Ablenkungskarten inklusive, machen deutlich, dass „Damen" und „Herren" nicht austauschbar sind. Eine Alltagserkenntnis, die vor jeder öffentlichen Toilette relevant wird.
Schilder zuordnen I
Schilder zuordnen I: Zeichen aus dem öffentlichen Raum verstehen Ein Feuerwehrauto – was muss in der Nähe sein? Ein Medikament – wo bekomme ich das? Tram und Zug – wo fahren die ab? Die Schilder und Symbole des öffentlichen Raums sind für die meisten Menschen unsichtbar geworden, weil sie sie automatisch lesen. Kinder und Jugendliche mit Förderbedarf müssen sie sich ausdrücklich erschließen, und zwar an konkreten Situationen. Das Set bringt beides zusammen: Auf dem Tisch liegen 12 laminierte A5-Bilder von Gegenständen und Fahrzeugen aus dem öffentlichen Leben, dazu 12 Zeichenkarten in Scheckkartengröße, die zugeordnet werden wollen. Der erste Schritt ist der wichtigste: Kinder erkennen, dass Zeichen etwas bedeuten. Dass ein rotes Kreuz nicht bloß ein Symbol ist, sondern sagt: Hier gibt es Hilfe. Diese Verbindung zwischen Zeichen und Alltagsgegenstand trägt jede spätere Orientierungskompetenz. In der Ergotherapie passt das Set gut, wenn lebenspraktische Orientierung und Alltagstransfer Thema sind; in der Inklusionsklasse funktioniert es als Station, die Kinder selbstständig bearbeiten. Schritt für Schritt zum Lernerfolg – Meine Empfehlungen Als inhaltliche Vorbereitung eignen sich die Ganzwort-Sets "Ganzwort: Kasse" und "Ganzwort: Toilette", die das Lesen von Alltagswörtern üben. Als Erweiterung mit Alltagssituationen statt Einzelgegenständen folgt "Schilder zuordnen II".
Schilder zuordnen II
Wer in Set I einzelne Gegenstände dem richtigen Zeichen zugeordnet hat, findet hier den nächsten Abstraktionsschritt: Statt eines Feuerwehrautos zeigt das Bild eine Szene – die Tram hält an der Haltestelle, ein Taxi fährt durch die Straße, jemandem wird die Tasche gestohlen. 11 laminierte A5-Bilder mit Alltagssituationen aus dem öffentlichen Raum treffen auf 11 Zeichenkarten in Scheckkartengröße. Die Anforderung liegt jetzt in der Deutung: Nicht der abgebildete Gegenstand entscheidet, sondern die dargestellte Situation – ein wichtiger Schritt hin zu echter Orientierungskompetenz im Alltag.